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28. Februar 2017

Wohnmobil Ausbau Fazit

Meine Transe habe ich jetzt verkauft, ehrlich? Ich bereue es irgendwie schon!

Aber es gibt mir Raum und Zeit für ein neues Projekt. Einiges schwebt mir vor, auch konkreteres hat sich in den letzten Monaten ergeben, aber es schwebt immer noch in der Luft, deshalb spreche ich nicht gerne über ungelegte Eier.

An manchen Tagen, als ich mit meinem kleinen Wohnmobil unterwegs war und die Zeit zum nachdenken hatte, meine Bauten so benutzte, und mich an den Zustand und den Fortschritt meines Ausbau erinnerte. Kam mir oft in den Sinn, nein "dort" möchte ich nicht mehr sein. Ich war froh soweit gekommen zu sein, wie es jetzt war.

Irgendwie betrifft es aber nur dieses Fahrzeug, ein Neustart mit einem anderen wäre Ok! Das ist seltsam. Aber ich vermute es liegt daran, das ich in der Ausbauphase noch vieles zu "erdenken" hatte. Vieles war noch unklar wie ich das umsetzten sollte, wollte. Ich versuchte immer so gut es geht, oft vergisst man doch eine Kleinigkeit, voraus zu denken um möglichst keine Fehler zu machen. Diese Situation belastet ungemein. Und vermutlich erinnere ich mich intensiv an diese Belastung. Heute, weiß ich genau wie ich was machen würde. Das erleichtert einen Ausbau ungemein. Zwar hatte ich damals auch schon die Erfahrung von vorangegangen Ausbauten, aber das liegt schon über 25 Jahre zurück. Die Materialien haben sich komplett verändert.

Der letzte Ausbau hat mich also erfahrener gemacht und deshalb stellt sich die Frage was würde ich heute anders machen?

Ich würde den Boden natürlich anders isolieren.

Wohnmobil Eigenbau, Boden mit falschen Material isoliert

Im Prinzip ist der Aufbau so ok, wenn es nicht Styropor wäre. Styropor kann Feuchtigkeit aufnehmen und hier habe ich es auch noch am am tiefsten Punkt im Fahrzeug verbaut.

Hätte ich nur Styrodur verwendet, so wäre das schon kein Problem mehr gewesen. Gut, ich muss dazu sagen es hat sich nie ein Mangel bemerkbar gemacht. vermutlich wird es das auch nicht. Über dem Styropor befindet sich noch eine Dampfsperre, die geschlossen mit der Dampfsperre hinter den Wänden verbunden ist. Darauf liegt eine Bodenplatte, die Öffnungen am Rand der Bodenplatte habe ich mir hochwertigen Anschlussacryl geschlossen. Genauso wie die Öffnungen unter die Platte und die Dampfsperre an den Türen. Dort war das Styropor noch ungeschützt zu sehen. Auch dort habe ich mit Anschlussacryl die Öffnungen geschlossen.

Wohnmobil Eigenbau, Anschlussacryl an der Bodenplatte

Heute würde ich einen Aufbau komplett anders machen. Und werde das auch bei einem neuen Projekt so anwenden.

Wohnmobil Eigenbau, Sicken im Bodenblech

Ich würde die Sicken im Bodenblech zuerst einmal mit 10mm Aeroflex/Armaflex/K-Flex auffüllen.

Wohnmobil Eigenbau, Zwischenräume der Sicken im Bodenblech isoliert

Das ist natürlich davon abhängig ob die Sicken auch 10mm hoch sind. Im Fall von meinem Transit war dies so. Das Isoliermaterial muss dabei schlüssig mit dem Blech verklebt sein, auch an den Seiten der Sicken.

Dann ein Lattengerüst 10mm X 15mm oder 10mm X 20mm, dabei ist 10mm die Höhe.

Wohnmobil Eigenbau, Lattengerüst über den Sicken im Bodenblech

Die Felder zwischen dem Lattengerüst ebenfalls mit 10mm Armaflex o.Ä. auffüllen. Ebenfalls schlüssig verklebt.

Wohnmobil Eigenbau, freie Felder des Lattengerüstes mit Isolierung gefüllt

Dampfsperre über das Lattengerüst.

Wohnmobil Eigenbau, Dampfsperre über das Lattengerüst

Zum Schluss die Bodenplatte.

Wohnmobil Eigenbau, Bodenplatte als Abschluss

Die Öffnungen an den Türen und die Freiräume zwischen Bodenplatte und Rand, würde ich wieder genauso mit Anschlussacryl schließen.

Mit diesem Aufbau könnte ich absolut beruhigt leben. Sollte bei meinen neuen Projekt die Innenhöhe höher wie z.b bei meinem Transit sein, so würde ich noch 10mm opfern und die Lattung 20mm hoch machen und die Zwischenräume mit 19mm Armaflex isolieren.

Was noch?

Den Abwassertank würde ich genau so wieder anfertigen. Zu mindestens was die Materialien betrifft. Leider hatte dieser nur 30 Liter Volumen. Das war aber immer noch besser als die 2 X 10 Liter Notbehelfskanister unter dem Waschbecken. Trotzdem wurde es manchmal knapp. Man kommt eher an Frischwasser, als das man den Abwassertank leeren könnte. Die Kanister habe ich notfalls noch über eine Toilette entleert, so war das mit dem fest eingebauten Tank nur umständlich möglich.

Heute habe ich Erfahrung mit GFK und so bin ich mir sicher das auch kompliziertere Konstruktionen funktionieren.

So sah mein Tank aus.

Wohnmobil Eigenbau, Zeichnung Abwassertank
Wohnmobil Eigenbau, Fertiger Abwassertank

So würde mein Tank in Zukunft aussehen, natürlich den Gegebenheiten angepasst. Aber dieser hätte in meinen Transit gepasst und hätte mehr als doppeltes Volumen besessen.

Wohnmobil Eigenbau, 3D Modell Abwassertank

Um die Positivform zu entfernen, muss jedoch in jede Kammer eine Öffnung geschaffen werden. Die anschließend wieder zu laminiert werden muss.

Und ich würde heute, nachdem alle Zugangslöcher geschaffen sind, nochmals eine Schicht Harz auf der Außenseite auftragen, was wohl die Optik extremst verbessern würde.

Da war noch was!

Die Isolierung funktioniert einwandfrei. Ich würde grundlegend nichts daran ändern. In erster Linie dient die Isolierung ja um Kondenswasser zu vermeiden. Das hat sie auch.

Erst bei unter -15°C hatte ich dann doch Kondenswasser, an der Säule links neben der Schiebetür. Dort warf die Luft irgendwo Wasser aus, ich kann aber nicht sagen wo genau. Ich vermute das es am Übergang von der Säule zur Bodenplatte war. Dort wurde auch das Fugenacryl unansehnlich. Es lief dann ein kleiner "Bach" ins Fahrzeuginnere smiley. Ich legte dann einfach ein Tuch an die Stelle von dem es aufgesaugt wurde.

Schlimmer waren aber die Scheiben in den Hintertüren, da diese weder aus Isolierglas noch Doppelverglast sind. Wasser das an den Scheiben kondensierte lief in die Türen und von dort aus den Entwässerungsöffnungen ins Freie. was das bei minus Graden bedeutet ist klar. Es bildeten sich schöne Eiszapfen.

Ich war 2 mal massiv eingeschneit und bei extremen Minustemperaturen unterwegs. Leider habe ich keine Bilder davon, obwohl ich welche gemacht hatte, waren diese nicht auf meinem Handy. Es funktioniert schlicht und ergreifen bei solchen Temperaturen nicht mehr. Ich stand 4 Tage in Blumberg im Schwarzwald, dort hatte ich beruflich zu tun und nutze mein Womo als Unterkunft. 4 Tage an denen die Temperatur nicht über - 10 °C stieg. Am Ankunftstag war es noch etwas wärmer und es schneite unaufhörlich. Am nächsten Morgen lagen 30 cm Neuschnee und die Temperatur war extrem abgefallen. Aber meine Transe trotzte diesen Bedingungen es war im inneren mollig warm und der Schnee war ein Indikator für die Funktion der Isolierung. Ich war bis zu meiner Abfahrt 3 Tage später komplett eingeschneit, außer auf der Solarzelle da hatte ich diesen entfernt.

Trotzdem werde ich bei einem neuen Projekt eine Kleinigkeit verändern. Ich habe im Innenraum die Oberflächen der Holme mit Isover Nagelband isoliert.

Wohnmobil Eigenbau, Isolierte Innenwände

Das funktionierte in Kombination mit dem Montageschaum in den Holmen offensichtlich einwandfrei. Es gibt aber noch etwas besseres als Isover Nagelband. Ein Tape auf Basis von Kunstkautschuk von Armaflex und anderen Herstellern. Es wird in der Solartechnik verwendet. Und ist auf dem gleichen Grundstoff aufgebaut wie meine Hauptisolierung.

Jo, das wars ... sonst wird sich bei einem neuen Projekt nichts ändern! Außer das Fahrzeug natürlich ... smiley

         
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