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28. August 2016

Freie Fahrt an die Ostsee

14 Tage Urlaub, Yesss!

Leider hatte ich Montag noch etwas zu erledigen, deshalb konnte ich erst am Nachmittag losfahren. Im Prinzip zwei Tage verloren.

Ein festes Ziel hatte ich diesmal überhaupt nicht. Im Laufe des Montagmorgens kristallisierte sich aber heraus das ich wohl nach Nord Osten fahren werde. Meine Tochter treibt sich gerade in Dresden herum smiley, das war dann erst mal mein Ziel.

Pippi Pause irgendwo zwischen Pirmasens und Dresden

Eigentlich wollte ich die über 600km nicht am Stück fahren, zumal ich erst am Nachmittag los konnte. Aber es ergab sich so das ich es doch durchzog. Wir trafen uns dann gegen 23:00 Uhr am Rastplatz Dresdner Tor Nord. Wir fanden uns aber nicht sofort, passiert wenn man in verschiedenen Fahrtrichtungen sucht smiley.

Wir haben recht schnell die Nachtruhe eingeläutet. Ich muss jetzt erklären das meine Tochter "nur" mit einem Polo unterwegs ist. Sie hat da wohl was von meiner Genetik mitbekommen smiley.

Am Dienstag Morgen kam ich nur schwer aus den Federn, die Fahrt vom Vortag lag mir noch in den Knochen. Da man an der Autobahnraststätte nur schlecht mit dem Hund laufen kann, galt es nach den Morgenritualen erst mal einen schönen Platz zu finden damit Aron sich ausgiebig als Hund betätigen kann. Google Maps führte uns dann schnell an einen schönen Ort.

Gohliser Windmühle Dresden

Einen Turmholländer dürfte man in Sachsen wohl nicht so oft finden. Das Gebäude beherbergt eine Gastwirtschaft mit Biergarten, die aber zu dieser Zeit noch geschlossen war. Was aber einem ausgiebigen Spaziergang nicht im Wege stand.

Wir fuhren dann in das Stadtzentrum von Dresden, meine Tochter hatte am Vortag schon einen guten Parkplatz ausgemacht. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein Wohnmobilstellplatz auf dem mal wieder in Heringsbüchsenart geparkt wurde. Aber gut, der Stellplatz ermöglicht die ausgiebige Erkundung von Dresden ohne lange Anfahrten.

Es war nicht heiß, vielleicht 19°C und Aron hatte schon genügend Bewegung, so entschied ich mich ihn besser im Wohnmobil zu lassen. Solch überfüllte Orte bedeuten immer Stress für Aron, den ich ihm so ersparen konnte.

Schnell erreicht man den Altstadtkern. Rechts und links der Straßen historische Gebäude die den Blick unwillkürlich einfangen.

Dresden Kreuzstraße

Durch die Kreuzstraße, vorbei an der Kreuzkirche über den Striezelmarkt und Altmarkt erreichten wir den Neumarkt. Baustellen Baustellen Baustellen, überall wo ich bisher war waren satte Baustellen, so auch hier in Dresden.

Blick über den Neumarkt zur Frauenkirche Dresden

Auf zur Frauenkirche, die eigentlich mein Hauptinteresse weckte.

Frauenkirche Dresden

Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos, nur der Aufstieg in die Kuppel schlägt mit 8€ zu Buche. Aber nicht bei uns smiley für zusammen 16€ kann ich mir etwas besseres vorstellen als in einer Kirche die Kuppel von nahen anzusehen und einen Blick von oben runter verwerfen zu können. Unseren Obolus entrichteten wir dann lieber in der Spendenkasse in der Kirche. Das innere eine Wucht!

Frauenkirche Dresden Innenansicht

Barock vom feinsten, nicht so "erdrückend" und "Erfurcht" einflößend wie Romantik oder Gotik. Die Wände in zarten Pastellfarben, wie Brausestäbchen, dazwischen das extrem glänzende Gold.

Frauenkirche Dresden Innenansicht

Wirklich schön. Hier ist Gott, "verspielt" und "süß". Eine absolut andere Aura entwickelt sich.

Frauenkirche Dresden Kuppel Innenansicht

Die 8€ Ebene smiley auch von unten wunderbar. Makellos ist diese Kirche, wirklich eine Meisterleistung. Wenn ich mir als Laie dieses Urteil erlauben darf.

Jetzt suchten wir den "Dresdner Zwinger". Über die Augustusstraße vorbei am "Fürstenzug" kamen wir zum Schloßplatz.

Fürstenzug in der Augustusstraße

Das war eigentlich erstmal der falsche Weg. Wir kamen so zuerst an der Semperoper vorbei, ohne diese zu erkennen.

Semperoper Dresden

Wir gingen weiter zum Zwinger, Barock vom feinsten.

Dresdner Zwinger
Dresdner Zwinger Innenhof
Dresdner Zwinger Innenhof
Dresdner Zwinger Kronentor

Viele Museen beherbergt der Zwinger, die wir aber nicht besuchten. Jetzt die Semperoper, die genau nebenan stehen muss. Langsam dämmerte uns das wir schon dort waren.

Enttäuscht standen wir wieder davor. Wir waren so geknickt das wir nicht mal im Ansatz auf die Idee kamen das Gebäude zu betreten.

In unserer Vorstellung müsste das Gebäude in etwa so aussehen.

By Sebastian Terfloth User:Sese_Ingolstadt [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wir fanden aber das vor. In der Realität sieht es aber eigentlich noch viel weniger nach Semperoper aus, als auf meinem Bild.

Semperoper Dresden

Vielleicht lag es auch an der Baustellenverblendung, aber alleine schon die Lage gab nicht her was wir erwarteten.

Langsam bekamen wir Hunger und Kaffee lust. So machten wir uns über die Augustusbrücke auf in die Neustadt. Die Brücke machte einen recht, hmmm baufälligen Eindruck. Nicht nur das eine Pfeilerblattformen abgesperrt waren, auch jeder PKW der vorbeifuhr brachte die Brücke zum zittern.

Vorbei am "Goldenen Reiter" ...

Goldener Reiter

...kamen wir in eine schöne und breite Fußgängerzone, in der wir schnell eine Gelegenheit fanden wo wir uns stärken konnten.

Wir machten uns dann auf in die "Tiefen" von Dresden, einfach planlos herumschlendern.

Bunt und ein Hauch von Multikulti konnten wir "einatmen". Ich liebe diese Viertel in Städten, nicht geradelinig, sondern bunt verspieltes Chaos...

Graffiti in Dresden

...wenn auf ein türkisches Straßenkaffee, das vietnamesische Restaurant folgt und irgendwo dazwischen der startup eines vegetarischen Imbiss stattfindet.

Irgendwann, machten wir uns auf den Rückweg, da war ja auch noch Aron. Über den Albertplatz mit seinen mächtigen Brunnen ...

Brunnen auf dem Albertplatz in Dresden

...wieder über die Augustusbrücke, mit Blick auf die Brühlsche Terrasse und die Kunstakademie...

Brühlsche Terrasse, Kunstakademie, Frauenkirche, Blick von der Augustusbrücke in Dresden

...nahmen wir einen anderen Weg als wir gekommen waren.

Terrasse an der Kunstakademie in Dresden

Als ich die Schiebetür öffnete, holte ich Aron aus einem tiefen Schlaf. Jetzt galt es einen Standplatz für die Nacht zu finden. Wir verließen Dresden in Richtung Meißen.

Großstädte kleckern sich immer so kilometerweit dahin. Ich konnte wohl schöne Standplätze von der Straße aus sehen, aber waren diese weit entfernt und es gab keine Möglichkeit anzuhalten und sich dort hin navigieren zu lassen. Irgendwann sah ich ein P+R Schild und bog ein. Eigentlich wollte ich mich zurück leiten lassen, aber schnell entschieden wir einfach hier zu bleiben. In unmittelbarer Nähe befinden sich sogar einige Discounter.

P+R in Weinböhla

Auf den gut 100 Parkplätzen standen vielleicht 5 PKW. So haben wir etwas Campingverhalten ausgeübt und den Tag ausklingen lassen.

P+R in Weinböhla bei Nacht

Am nächsten Morgen war natürlich der Parkplatz voll, aber ich hatte nichts davon mitbekommen. Nach einem Frühstück trennten sich nun wieder unsere Wege, meine Tochter machte weiter Städte sightsighing, Prag, Leipzig, Weimar standen bei ihr an. Ich wollte lieber weiter hoch in den Norden ans Meer.

Da Aron am Vortag etwas zu kurz kam, sollte der Tag heute mehr auf ihn ausgerichtet sein. Deshalb suchte ich ein Ziel bei dem wir beide auf unsere Kosten kommen würden.

Auf Berlin Wannsee/Havel viel meine Wahl. Dort gibt es ein Hundeauslaufgebiet, also genügend Schnüffelstoff für Aron. Ob ich es dann auch wirklich "Getroffen" habe weiß ich leider nicht. Aber in etwa ... smiley

Havel bei Berlin

Auf jeden Fall bin ich etwas zu weit Östlich gestartet, aber es war wirklich wunderschön dort.

Havel bei Berlin

So verbrachten wir den ganzen Tag dort. Ich wäre auch über Nacht auf den schönen Waldparkplätzen geblieben, wenn nicht ausdrücklich Übernachten in allen Variationen untersagt gewesen wäre.

Havel bei Berlin

Im Großraum Berlin jetzt wieder einen Freisteherplatz zu finden dürfte wieder der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen gleichen. Deshalb Googelte ich etwas und fand den Rastplatz Avus, hört sich doch interessant an.

Rastplatz Avus Berlin

Aber nichts war es, ein Drecksloch wars ... Auf dem Gelände gibt es aber noch mehr Parkplätze, vielleicht sind die etwas besser, diese entdeckte ich aber erst am nächsten Tag bei der Abfahrt.

Egal, da muss man durch. Am nächsten Morgen, war ich schnell wieder verschwunden.

Mein nächstes Ziel war Oranienburg, das KZ Sachsenhausen.

Ein leidiges Thema, ich hatte noch nie ein Konzentrationslager besichtigt. Irgendwie passen diese Worte nicht zu diesem Ort, besichtigen, besuchen, was will man da schreiben?

Konzentrationslager Sachsenhausen

Was mir von Anfang an aufgefallen ist, ich vernahm nicht die deutsche Sprache. Wenn dann ist sie in all dem Kaudawelsch unter gegangen.

Der Parkplatz und der Eintritt ist kostenlos, wäre auch infam wenn man aus dem Geschehenen auch noch "Kapital" schlagen würde. Lediglich Informationsmaterial war kostenpflichtig, aber 50 Cent für einen Lageplan ist nicht gewinnorientiert.

Überhaupt ist es eine sehr gute Darstellung. Man erhält erst einmal einige grobe Eckdaten über Aufbau und Funktion, so das man schon "wissend" das Gelände betritt.

Konzentrationslager Sachsenhausen Lageplan

Im Laufe der Besichtigung, gewann ich die Erkenntnis das ich meine Kinder nicht einfach so, an diesen Ort bringen würde. (Ich werde deshalb auch keine Bilder in diesem Beitrag veröffentlichen, die ich für unangemessen für jedermanns Augen halte). Es ist meine Meinung, vielleicht irre ich mich auch, aber ich denke das Kinder oder Jugendliche diesen Ort nicht betreten sollten. Wenn dann nur wenn dies Themenfeld, den Jugendlichen eh schon beschäftigt, das sich Kinder damit auseinander setzen kann ich mir weniger vorstellen.

Deshalb verwunderte es mich, das sich eine nicht unerhebliche Zahl von Kindern dort aufhielt. Ich möchte jetzt niemand verurteilen, jeder muss selbst wissen, wir er das handhabt.

Bis man den eigentlichen Lagereingang erreicht, muss man die etwa 1 km lange Lagerstraße hinter sich bringen. Auf der linken Seite verläuft die Lagermauer an der einige Aussagen von ehemaligen Insassen nach ihrer Befreiung angebracht sind.

Konzentrationslager Sachsenhausen Lagermauer

Hier standen schon die ersten Besucher, denen die Tränen über die Wangen liefen als sie die Texte auf den Tafeln gelesen hatten.

Dann erreicht man den nach links verlaufenden Eingangsbereich.

Konzentrationslager Sachsenhausen Eingang
Konzentrationslager Sachsenhausen Eingangstor 'ARBEIT MACHT FREI'

Es eröffnet sich ein riesiges Gelände, jetzt konnte ich die 388 Hektar visuell erfassen.

Konzentrationslager Sachsenhausen
Konzentrationslager Sachsenhausen

Ich durchstreifte dann das Gelände, einige Baracken stehen noch dort. Diese beherbergen Ausstellungen, die sehr ergreifend sind.

Konzentrationslager Sachsenhausen Baracken

An dieser Stelle beende ich Sachsenhausen, ich denke mehr sollte man nicht öffentlich ins Netz stellen. Schaut es euch einfach mal an...

Ich bin dann einige Kilometer gefahren und brauchte erst mal eine Pause, ich hab ein schönes Plätzchen gefunden, so schön das ich erst mal plante auch über Nacht dort zu bleiben.

Wald bei Sachsenhausen

Nach einigen Stunden zog es mich dann doch Richtung Meer. Ich bin dann bis Züssow gefahren das liegt ca 50 km vor Usedom. Leider habe ich keinen geeigneten Standplatz mehr gefunden, so nutze ich dort wieder einen P+R Parkplatz.

P+R in Züssow, Mecklenburg-Vorpommern

Das mit den P+R Parkplätzen klappt eigentlich ganz gut. Gegen Abend, auf dem Bild dürfte es 19:30Uhr sein, leeren diese sich. Mir reicht ein Parkplatz, aber man könnte auch quer parken. Nachteil am frühen Morgen füllt es sich wieder und die Flächen sind nicht ganz eben.

In Züssow, zu mindestens in dem Teil in dem ich war gibt es nichts, absolut nichts. Hätte da nicht ab und an ein Zug gehalten und vielleicht ist jemand ausgestiegen ich hätte keine Menschenseele gesehen. Auf der nahen Straße ist bestenfalls alle Stunde ein Auto gefahren. Also Ruhe pur smiley

Am nächsten Morgen, war der Parkplatz zu 2/3 belegt. Mich wundert ja schon das ich von dem Treiben nichts mitbekommen habe, obwohl ein Pkw direkt neben mir stand.

Ich habe mich dann aufgemacht Richtung Usedom. Dort angekommen, bin ich erst mal so nur umhergefahren, und dann kurz vor Peenemünde kam ein Hinweisschild "Strandparkplatz". genau das suchte ich smiley

Tagesticket 5 Euronen, ich hab erst mal für ne Stunde geholt, 1€. Und ab an den Strand ...

P+R in Züssow, Mecklenburg-Vorpommern

Sieht doch vielversprechend aus ... und wupp über die Dünne!

Usedom, leerer Strand

Wowww, ein fast leerer Strand. Aber auch kein wunder bei dem Himmel. Aber es waren bestimmt 20°C.

Ich bin dann erst nochmal zurück ans Auto, hab ein Tagesticket gezogen und hab den Rucksack gepackt. Und gleich wieder an den Strand.

Wir sind dann den Strand etwas abgelaufen, ab und an kam uns ein anderer Spaziergänger mit Hund entgegen, mehr war nicht.

Usedom, leerer Strand

Aron ist dann erst mal ins Wasser, und war enttäuscht. Wieder Nudelwasser und die Menge, naja ...

Usedom, Aron in der Ostsee

Er lief dann bestimmt noch 50 m weiter raus aber es wurde nicht tiefer. Vermutlich war gerade Ebbe.

Als wir genug gelaufen waren suchten wir uns eine schöne Dünne und breiteten uns aus.

Usedom, Aron in der Düne

Hier bewegten wir uns die nächsten Stunden nicht mehr weg. Ich hatte alles dabei was ich brauchte und so chillten wir den ganzen langen Tag. Aron war dabei so regungslos, das die Gefahr bestand das er von der Düne verschluckt wird.

Usedom, Aron in der Düne

Der Strandsand, Wahnsinn, wie Puderzucker ...

Usedom, Füße in Strandsand

Am Nachmittag füllte sich dann der Strand etwas.

Usedom, Badegäste am Strand

Für mich galt es jetzt einen Standplatz für die Nacht zu finden. Die wenigen Plätze die ich fand waren natürlich gesperrt. Und auf einen Heringsbüchsen Womostellplatz zu horrenden Preisen wollte ich nicht. Ich habe dann Usedom wieder verlassen über diese riesige Zugbrücke über die ich gekommen war.

Usedom, Zugbrücke

Im Norden ist es einfach schwierig einen Standplatz zu finden, der die gewünschten Optionen für einen Freisteher wie mich erfüllt. Aber bei der Ortschaft Kräpelin wurde ich fündig. Ein nicht gesperrter Waldweg.

Jetzt musste ich noch Wäsche waschen, ich hatte mich etwas vertan, in meiner Kleiderwahl. So hatte ich Unmengen an Sneakers dabei, aber nur 4 Paar Strümpfe. Und diese waren schon aufgebraucht. Ich hätte natürlich auch die kurzen Versionen unter den langen Hosen tragen können, aber es ist mir unangenehm.

Mit Waschmittel aus der Tube habe ich die vier Paar Strümpfe gewaschen. Man war das eine Dreckbrühe, die wäre glatt als Kaffee durchgegangen.

Kräpelin, Wäsche waschen

Zwei mal spülen und die Muffelröhren zum trocknen an den Baum gehängt. Leider war es windstill, was das Trocknen wohl verzögern wird.

Kräpelin, Wäsche zum trocknen aufgehängt

Ich fühlte mich in der Ecke wohl.

Kräpelin,  Waldweg

Auch Aron kam auf seine Kosten, ich konnte in frei laufen lassen und es standen uns weitläufige Feldwege zur Verfügung.

Kräpelin, Feldweg mit Aron

Am Abend machte ich es mir gemütlich und plante die morgige Tour vor. Durch das Wäsche waschen war mein Wasservorrat an seine Grenzen gekommen und musste aufgefüttert werden.

Kräpelin, Waldweg am Abend

Nach einer geruhsamen Nacht, machte ich mich auf den die Suche nach einer Versorgungstation. In Greifswald gab das Internet eine an, die am vielversprechendsten Klang.

Ich tuckerte dort mit etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit die angegebene Straße entlang, konnte aber die Station erst mal nicht erblicken. Ich kam dann durch die offene Seitenscheibe mit einem Passanten ins Gespräch. Einfach so, während ich dahin fuhr. Das ist mir hier oben schon aufgefallen, man kommt einfach mit den Menschen ins Gespräch und die Unterhaltung verläuft dann so als würde man sich alle paar Tage mal unterhalten. Das ist in meiner Heimat nicht so offen. Zwischenzeitlich bin ich dann stehen geblieben und konnte von meinem Gesprächspartner erfahren das ich genau vor der Versorgungsstation stehe smiley

Ich sah zwar jetzt die Wohnmobile hinter einem Zaun aber noch nicht die eigentliche Versorgungsstation. Ich ging dann in das kleine Büro und habe mich erkundigt. Der "Platzwart" wohl der Vater des Betreibers teilte mir mit, das sie normalerweise keine "Fremden" mehr "Versorgen" dürften, nur noch die wo auch auf ihrem Platz stehen. Anweisung von der Stadt sei das. Seine Ausführungen beendete er aber mit: "Kostet 2 Euro und ich komme gleich raus und erkläre dir wies geht! smiley"

Er hob dann einen Holzdeckel auf einem Grünstreifen neben der Straße hoch, das war die Entsorgung und zeigte mir den Wasserschlauch am Bürohäuschen für das Frischwasser.

Er fungierte dann noch als Einweiser, so das ich das Entsorgungsloch in der Wiese optimal traf.

Greifswald, Entsorgungs/Versorgungsstation am Museumshafen

Während mein Abwasser in die Greifswalder Kanalisation floss, legte ich mir den Schlauch an meinen Tank und begann das frische Nass einlaufen zu lassen.

Greifswald, Entsorgungs/Versorgungsstation am Museumshafen

Also, an dieser Stelle nochmals Danke!

Jetzt war schon der halbe Tag rum, ich wollte aber noch etwas ans Meer. Ach, bevor ich es vergesse, die Temperaturen entwickelten sich so, das ich in kurzen Hosen weiter fahren konnte, somit war die Sockenaktion fast umsonst.

Ich hatte mir schon am Vorabend ein Ziel festgelegt, das ich jetzt ansteuerte. So landete ich in Wampen, wo ich recht schnell einen kostenlosen Parkplatz fand und mich auf den Weg zum Strand machte.

Wampen, Weg zum Strand

Der Weg zum Strand war dann aber recht lang, es dürften an die 2 Km gewesen sein. Am Strand konnte ich dann keine Bilder machen, zu mindestens nicht direkt. es befanden sich dort einige Badegäste mit noch weniger Stoff als gewohnt smiley.

Wampen, Strand

Es ist ein recht kleiner Strand aber trotzdem recht schön. Zu mindestens wird man hier nicht die üblichen Touristen finden. Es war wohl wieder Ebbe, deshalb konnten wir am übrigen Ufer entlang laufen, das mit Holzpfählen gesichert ist.

Wampen, Strand

Wir fanden dann eine Lücke in den Holzpfählen, in der auch das Ufer weiter ausgespült war, dort liesen wir uns nieder und verbrachten den Rest des Nachmittags dort.

Wampen, Aron in der Ostsee

Aron konnte ich wieder frei laufen lassen und was macht er? Legt sich das Ferkel doch in den Schlamm am Ufer. Ich hab nur einen Aufschrei losgelassen, was ihn direkt veranlasste wieder aufzustehen. Aber es war zu spät, Aron hatte ein Ostsee Moorbad genommen. Ich hab jetzt erst mal nichts unternommen, in der Hoffnung das am Abend die Schlammpackung getrocknet ist und sich einfach entfernen lässt. Glücklicherweise war es dann auch so.

Am frühen Abend begann dann wieder die Standplatz suche. Weit und breit kein zusammenhängender Wald. Dann kam doch ein kleiner Wald und mittendrin ein Rastplatz. Gut nicht meine erste Wahl, aber besser als auf der Avus in Berlin.

Velgast, Rastplatz

Dem Thermometer im Wohnmobil konnte ich eine maximal Temperatur von 27°C für den heutigen Tag entnehmen. Was mir Hoffnung gab das es noch besser werden könnte. Aber es kam schnell anders, es fing an zu nieseln.

Velgast, Rastplatz bei Nieselregen

War es wenigstens noch trocken die letzten Tage, auch wenn der Himmel meist eine geschlossene Wolkendecke hatte, kam jetzt auch noch Nass aus dem Himmel. Gut mal den nächsten Tag abwarten.

Am nächsten Morgen war es dann trocken aber die Temperatur war auf 12°C gefallen. Nach dem Thermometer viel mein Blick direkt auf die Datumsanzeige, ja, wir hätten Mitte August! smiley

Also wieder auf ans Meer, das wird schon. Auch wenn der Himmel nicht danach aussah. Wenigstens waren jetzt Lücken in der Wolkendecke.

Velgast, Wolken am Himmel

Ich überlegte jetzt ob ich nach Rügen fahren sollte. Aber auf Google Maps viel mir ein weiter schöner Strand ins Auge. Finger drauf und so habe ich mich dort hin navigieren lassen.

Nach 1 Stunde kam ich in Graal-Müritz an. Ich suchte dann erst mal einen Parkplatz in der in dessen Nähe die Ostsee zu vermuten war. Der letzte Kilometer dürfte einer der schwersten sein der meine Transe bis dahin mitgemacht hatte. Eine Wahnsinns Buckelpiste, ich konnte hören wie die ersten Sachen hinten aus den Schränken flogen, obwohl ich im ersten Gang ohne Gas die "Teststrecke" befuhr.

Ich ging dann erst mal mit Aron in den Wald und als ich zurück kam war ich schon "eingeparkt", vorher stand ich seelen allein.

Graal-Müritz, Buckelpiste zum Strand

Wenigstens kam die Sonne ab und an durch, aber es waren bestenfalls 15°C. Auf Google Maps konnte ich sehen das es vielleicht noch 500m bis zur Ostsee sein mussten. Aber durch die Wegführung verlängerte sich der Weg auf bestimmt mehr als 2 Km, bis wir endlich am Strand waren.

Und dann kommt noch das...

Graal-Müritz, Strand Verbotsschild

Also Aron darf vom 01.05 - 30.09 nicht an den Strand und die Dünen und Buhnen (was das auch immer ist) darf man nicht betreten.

War mir wurscht, mindestens "die Dünen und Buhnen" gehören mir.

Graal-Müritz, verbotenerweise auf der Düne

So haben wir uns auf einer Düne niedergelassen.

Es war schön hier oben, von der Aussicht, aber es wehte in brutaler Wind und wie man auf dem Bild sieht ist jeder am Strand gut eingepackt. Ich hatte jetzt keine Jacke an, mindestens aus Protest, denn es ist Sommer!

Graal-Müritz, Aron auf der Düne

Irgendwann holte ich das tablet aus dem Rucksack und erkundigte mich nach der zukünftigen Wetterlage. Max 17°C und gegen Abend Regen. So wurden auch in etwa die nächsten drei Tage voraus gesagt. Dabei erfuhr ich das sie zuhause schwitzen, bei um die 30°C.

Langsam wurde es noch unangenehmer und als der DLRG Fahnentechnich ein Badeverbot erteilte, war mir klar da kommt jetzt was auf uns zu. Man konnte auch am Horizont schon was erahnen.

Graal-Müritz, Wolken am Horizont

Also, Rückzug! Am Bus angekommen musste ich eine Entscheidung treffen. Die meisten Wettervorhersagen sagten nichts gutes voraus.

Nach langem zögern, entschied ich mich zum guten Wetter zu fahren, nach Hause.

Das Navigationsgerät gab an, um 20:38 Ankunft in der Heimat. Das schaffe ich heute noch.

Erst mal wieder die Buckelpiste abschleichen, drei vier Kurven und dann kam das ...

Graal-Müritz, seltsame Straße

Ich klopfte erst mal gegen das Navi. Gut, die Straße kann ja nicht ewig so gehen und viele werden einem da nicht entgegen kommen. Andererseits sah ich schöne Standplätze smiley. Es kamen dann doch nicht gerade wenige entgegen. Das hieß die Betonplatten verlassen und aneinander vorbei drücken. Ab und an kam auch eine Einbuchtung die das passieren erleichterte.

Die Straße ging dann über 3 km so und sie wurde...

Graal-Müritz, Kopfsteinpflaster

...nicht besser. Über 1 km Kopfsteinpflaster waren jetzt fällig.

Anschließend Land- und Bundesstraßen, sowie Autobahn. Und ein Stau nach dem anderen. Die Ankunftszeit auf dem Navi schreitete immer weiter voran.

Um 20:00 Uhr gab das Navi 1:45 Uhr als Ankunftszeit und 350 km Reststrecke an. Ne, das tue ich mir nicht an. Runter von der Autobahn, recht schnell hatte ich eine gemütliche Ecke gefunden.

Hedemünden, Waldgebiet

Die Nacht verlief dann nicht ganz störungsfrei. Ich lasse immer die Hundefutterschüssel draußen stehen. Das hat mehrere Gründe, in erster Linie wegen dem Geruch, aber sagt sie auch aus, "Hier ist ein Hund". Manchmal befindet sich auch noch Futter darin, was Tiere anlockt. So hatte ich schon Raben erlebt die sich lautstark umd das Futter stritten.

Diesmal war auch noch Futter drin und die Reste meiner Mahlzeit, Spagetti mit Tomatensoße. In der Nacht wurde ich wach, Aron sitze an der Tür. Ich ging davon aus das er mal "muss". Da wir mitten im Wald standen habe ich das Licht angemacht und die Tür geöffnet. Der Lichtschein viel auf einen Fuchs der gerade dabei war die beste Mahlzeit seines Lebens zu sich zu nehmen. Lautstark "bellend" trat er fluchtartig den Rückzug an. Aron, drehte sich um und legte sich wieder hin, als sein nichts gewesen.

Am nächsten Tag benötigte ich nochmals 5 Stunden für die restliche Strecke. nach 2247 km und ziemlich genau 7 Tagen war ich wieder zuhause. Meinen Durchschnittsverbrauch kann ich nur schätzen, da ich noch einen viertel Tank Diesel mitbrachte, das sind in etwa 250 km die ich dazu rechne, was einen Durchschnittsverbrauch von 6,76 Liter ergibt.

Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, gerne wäre ich noch weiter bis an die Nordsee gefahren und über die Niederlande, vielleicht auch Frankreich wieder nach Hause.

Trotzdem war es soweit super!

         
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