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11. März 2015

Wohnmobil - Filz für die Wände

Nach reiflicher Überlegung habe ich den von mir auserwählten Filz im Internet bestellt. Nach kurzer Lieferungsverzögerung kam dieser heute an.

Wohnmobil Innenausbau, Filz in Versandverpackung

Ich konnte es kaum erwarten den Stoff ausgiebig zu befummeln. Und ich muss sagen meine Wahl war nach dem ersten Augenschein richtig. Der Filz, auch wenn man das jetzt erst mal nicht annehmen würde, fühlt sich beim Berühren sehr angenehm an. Er lässt sich leicht dehnen, so ist es möglich kleinere Unebenheiten die sich ja zu Hauf in den unendlichen Blechwindungen finden lassen auszugleichen. Der Filz besteht zu 100% aus Acryl, was ihn sehr robust macht. Der qm wiegt 160g, was dem Gewichtsmanagement entgegen kommt.

Der laufende Meter des edlen Zwirns hat 6,70€ gekostet, die Rollenbreite beträgt 1,80 Meter, was einen qm Preis von 3,73€ ergibt. Bestellt habe ich 10 laufende Meter.

Nun, stellt sich die Frage wie soll das Stöffchen mit den Wänden verbunden werden. Meine durchweg positiven Erfahrungen mit Pattex Classic liesen mich hoffen das ich diesen Kleber auch für diese Aufgabe einsetzen kann. Dazu habe ich im Vorfeld einen kleinen Test vorgenommemn.

... und zwar, habe ich mit einem Stück des Filzes ein Abfallstück Pappelsperrholz beklebt. Meine Befürchtungen gingen dahin, das der Kleber sich möglicherweise durch das Gewebe drücken könnte, oder der Filz verhärtet oder gar keine Verbindung mit dem Sperrholz unter Verwendung von Pattex Classic eingeht.

Jean Pütz, würde jetzt sagen "Ich hab da mal was vorbereitet."...

Wohnmobil Innenausbau, Testverklebung mit Filz, Pappelsperrholz unter Verwendung von Pattex Classic

Ich habe eine einseitige, direkte Verklebung vorgenommen. Diese hat den Vorteil das man einige Minuten Zeit hat um Korrekturen vorzunehmen. Möchte man eine sofortige untrennbare Verklebung erreichen, muss man beide Seiten der Materialien mit Kleber bestreichen und ca. 10 Minuten ablüften lassen, danach kurz fest zusammen pressen.

Eine Korrektur war ohne Probleme möglich. Auch beim gnadenlosen zusammendrücken durchdrang der Kleber nicht das Gewebe. Nach ca. 15 Minuten war die Klebung untrennbar fortgeschritten. Das Ablösen des Filzes von der Platte erforderte hohen Kraftaufwand und würde schließlich mit der Zerstörung des Filzes enden.

Da die Klebeflächen sehr groß sind würde sich auch Sprühkleber anbieten, die Eigenschaften die ein solcher Kleber besitzt, machen ihn aus meiner Sicht nur bedingt verwendbar. So ist Sprühkleber nicht sehr temperaturbeständig, feuchtigkeitsempfindlich und die Verwendung in unmittelbarer nähe von Fenstern und anderen Einbauten, macht die Sache noch anspruchsvoller als sie ohnehin schon ist. Ich habe Informationen von mehreren Herstellern eingeholt, und alle Kleber haben in etwa die gleichen ungünstigen Eigenschaften.

Begonnen den Filz anzubringen habe ich an der Decke. Einerseits dürfte das die schwerste Kür sein, andererseits könnte es unvorteilhaft sein wenn ich an der Decke mit Kleber hantiere wenn schon die Seitenwände verkleidet sind.

Wohnmobil Innenausbau,  Filz mittig an der Decke mit Kleber fixiert

Den Filz habe ich zuerst Mittig auf der gesamten Länge des Fahrzeuges angeklebt. Jetzt wollte ich Superschlau sein und habe das ganze mit einigen Tackerklammern fixiert um ein herabfallen oder verschieben zu verhindern. Das war ein fataler Fehler, wie sich zeigen sollte. Den Kleber habe ich mit einer Schaumstoffrolle aufgetragen und eine Fusselrolle zum andrücken verwendet. Ich habe mich dann Rollenbreite für Rollenbreite an die Ränder vorgearbeitet. Plötzlich hatte ich Kleber auf der Unterseite, den ich mit der Andruckrolle etwas verteilt habe. Erst konnte ich mir das nicht erklären, bis ich die Tackerklammer erblickte. So quoll überschüssiger Kleber aus den Löchern die von der Klammer erzeugt wurden auf die Unterseite. Naja, Nobody ist perfect ... Wenn der Kleber trocken ist versuche ich diesen zu entfernen.

Es gab noch einen enormen Schaden, der aber nicht direkt mit dem Anbringen zu tun hat und ein Thema für sich ist.

An den Rändern lies ich ca. 50mm unverklebt, um später den Anschluss an die Seitenwände besser umsetzten zu können. Leider sind mal wieder die Bilder nicht gerade hervorragend geworden.

Wohnmobil Innenausbau,  Filz an der Decke verklebt, Rand unverklebt.

Man sieht aber den Kleberfleck in der Mitte trotzdem smiley. Dann habe ich mit einem Bleistift die Schnittkante angezeichnet, in dem ich den Filz mit Hilfe des Bleistiftes in die Ecke Gedrückt habe und entlanggefahren bin. Das Funktionierte recht gut. Das schneiden war dann schon eher eine Nummer für sich, in teilweise unmöglichen Haltungen und teilweise mit links musste ich den Rand schneiden. Er ist dann auch nicht so perfekt geworden, wie ich mir das erhofft hatte, aber eigentlich damit gerechnet habe, es kommen ja noch die Seitenwände da wird sich noch was verbessern lassen. Gut war auf jedenfalls die Anschaffung einer neuen Schwere die durch den Filz ging wie durch warme Butter.

Wohnmobil Innenausbau, Filz an der Decke verklebt, Rand geschnitten und verklebt

Leider hat der Filz ab und an dunklere Stellen, die jetzt schon aussehen als seien es Dreckflecken. Diese sind aber schon im Muster vorhanden, leider sehr unregelmäßig.

Hier nun einige Bilder vom Fortschritt.

Wohnmobil Innenausbau, Trennwand mit Filz verkleidet.
Wohnmobil Innenausbau, Seitentür mit Filz verkleidet.
Wohnmobil Innenausbau, Seitenwand mit Filz verkleidet.
Wohnmobil Innenausbau, Holmen und Rahmen mit Filz verkleidet.
Wohnmobil Innenausbau, hintere Türen mit Filz verkleidet.

Es ist fast unglaublich, was man mit dem Filz anstellen kann. Leider hat sich beim eindrücken des Filzes in die Vertiefungen der hinteren Türen, dieser etwas die dichte Struktur verloren, so das an einigen Stellen letztendlich doch etwas Kleber durchgekommen ist. Gut, damit muss ich jetzt leben smiley. Aber insgesamt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Entscheidend war auch, zuerst den Filz in den Vertiefungen anzubringen und dann erst über die anderen Stellen zu ziehen. Bei der ersten Tür habe ich es umgekehrt gemacht und war um eine Erfahrung reicher.

Auch die Stöße sind gut geworden, auch wenn es nach dem anbringen an der Decke nicht danach ausgesehen hatte.

Wohnmobil Innenausbau, Wände mit Filz verkleidet, gesamt Ansicht.

         
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Denny schrieb am 07.07.2017 um 20:18:28 Uhr
Hallo Uwe!
Ich lese mich mit Begeisterung durch deine Seiten, insbesondere gerade durch den Filz-Artikel, da ich das Gleiche vor habe.
Hast du den dünnen 1,5mm-Filz verwendet? Ich hatte bisher zu 3 mm tendiert, wegen der erhofften besseren Kaschierung von Schrauben, Unebenheiten usw. und um das Durchdrücken des Klebers zu verhindern. Aber offenbar hast du wohl gute Erfahungen mit dem dünneren Material gemacht? Oder würdest du jetzt eine andere Stärke nehmen?
Laut Kleberfachmall soll ich zum verkleben Holzleim nehmen. Habe beschichtetes Pressholz (Möbelrückwand) an den Wänden, was wohl nicht optimal halten soll. Deine Sperrholzplatten sind doch auch beschichtet - wie sind deine Langzeiterfahrungen? Wenns denn unbedingt sein muss, würde ich auch die beschichteten Platten nochmal durch unbeschichtetes Sperrholz ersetzen..
Viele Grüße
Uwe schrieb dazu am 08.07.2017 um 13:55:33 Uhr
Hallo

Ja ich habe Filz mit 1,5 mm verwendet. "Unebenheiten" wie versenkte Schraubenköpfe habe ich wenn nötig mit Holzspachtel vorher geglättet. Und Ritzen und Stöße mit hochwertigen Acryl angeglichen. Dazu habe ich Anschluss-Acryl verwendet, das wird benutzt um Risse im Mauerwerk oder z.B Die Lücke zwischen Fensterbank/Fensterrahmen und Mauerputz zu schließen. Das Acryl lässt sich sehr gut mit Wasser glätten und bildet dann eine stabile und resistente Oberfläche, die lackiert, oder eben auch verklebt werden kann.
Mit Holzleim wird sich der Filz bestenfalls auf Holz verkleben lassen, wie sieht es aber am Blech oder auf Lack aus? Wohl eher nicht. Auch müsstest du Wasserfester Holzleim verwenden, aber den gibt es ja, D4 Holzleim oder so ähnlich . Dein verwendetes Material HDF/MDF ist eigentlich nicht geeignet, auch wenn es sich wirklich anbietet. Denn es ist im Normalfall nicht wasserfest. Ich habe wasserfest verleimtes Pappelsperrholz das nicht beschichtet war verwendet. Wenn du Geld sparen willst, geh in die Baumärkte und frage nach Platten mit Fehlern. Das sind oft die Deckplatten oben und unten, die sind oft nicht so schön in der Maserung oder haben kleine Schäden oder sind verschmutzt, meistens nur Staub. Diese Platten habe ich für 5€/Stk. bekommen.
Auf keinen Fall darfst du Löcher in den Filz machen, so wie ich am Anfang, ich wollte schlau sein und hab den Filz angetackert, dort ist Kleber durchgekommen, der lies sich aber wieder fast entfernen, indem ich an den einzelnen Fasern gezupft habe.
Der Filz lässt sich unglaublich dehnen, was aber zur Folge hat das er dünner wird. An Flächen die den Kleber nicht selbst aufnehmen, lackiertes Blech z.B. ist mir dann Kleber durch gekommen. Das kann man vermeiden indem man den Kleber gut ablüften lässt bis er sehr zäh ist und nicht mehr flüssig.
Meine langzeit Erfahrung war durchweg positiv. Nichts konnte dem Filz etwas anhaben, an den Hintertüren war er mehrmals pitsche patsche Nass, das konnte dem Filz nichts anhaben.
Ich hab den Filz zum reinigen einfach mit dem Staubsauger abgesaugt.
Ob nun 3mm dicker Filz besser ist kann ich nicht sagen, da mir der Vergleich fehlt. Es stellt sich auch die Frage ob dieser wirklich "dichter" ist oder nur die Fasern grober sind und dadurch die Dicke erreicht wird.
Mein Filz war aus Acryl was wohl auch ein Kriterium sein dürfte, ich denke Filz aus Wolle z.B. dürfte eine ganz andere Liga sein.
Ich hoffe ich konnte helfen! Gruß Uwe
Chris schrieb am 29.03.2017 um 12:30:34 Uhr
Hallo Uwe

Geiler Thread smiley Könnte man den Filz auch direkt auf die Isolierung (zb. Armaflex) kleben? Wie hast Du das am Schluss gemacht: Armaflex / Dampfsperrfolie / Platte (weisse Platte im 1. Foto) / Filz? Oder wie kann ich mri das vorstellen?
Uwe schrieb dazu am 29.03.2017 um 18:19:11 Uhr
Hallo Chris

Die Reihenfolge ist Aeroflex aufs Blech verklebt, Dampfsperre drüber, Pappelsperrholz, und am Schluss das Pappelsperrholz (weiße Platte) mit Filz verkleidet.

Ja theoretisch ginge es den Filz auf Aeroflex/Armaflex o.ä. zu verkleben, aber das hätte wohl keine lange Lebensdauer, da der Kunstkautschuk flexibel ist und der Filz überdehnt würde, wenn man sich z.B. dagegen lehnt.
Tor schrieb am 21.03.2017 um 18:53:43 Uhr
Super sieht top aus. Mich würde interessieren wie du den Übergang zu Fensterscheibe gemacht hast.
Uwe schrieb dazu am 21.03.2017 um 20:29:31 Uhr
Danke...

Ich vermute mal du meinst die Scheiben in den Hecktüren?! Das war etwas fummel Arbeit die sich über mehrere Tage hingezogen hat. Ich hab den Filz erst Flächig an der Tür verklebt, die Scheiben waren so erst mal abgedeckt. Nach dem abtrocknen des Klebers habe ich ein diagonales Kreuz an den Fenstern reingeschnitten. So konnte ich den Filz an der Fensterleibung verkleben. Wieder trocknen lassen, danach habe ich das Fenster grop ausgeschnitten, aber mit genügend Überhang. Dann habe ich den Filz auf dem Blechfalz der sich direkt an der Scheibe befindet verklebt. Wieder trocknen lassen. Zwischen Blechfalz und Scheibe waren ca. 5 mm Freiraum, mit einem kleinen Pinsel habe ich Kleber auf die Rückseite des Blechfalzes aufgetragen und den Filz umgeschlagen und mit dem Pinselstiel angedrückt. Das war schon eine schöne Fummelei, aber da kann ich endlose Geduld an den Tag legen.

Auf dem letzten Bild im Beitrag, wo die Hecktüren geöffnet sind, ist die linke Tür noch nicht fertig. Da kann man das noch etwas sehen.
Patrick schrieb am 03.05.2016 um 13:20:18 Uhr
Hey,
vorab deine Seite echt genial geworden.
Sag mal weißt du noch wo du das Filz Bestellt hast und wie es heißt?
Uwe schrieb dazu am 03.05.2016 um 22:40:20 Uhr
Ja, den habe ich bei www.stoff-handel.de eingekauft und es war glaube ich genau dieser, wenn ich mich nicht irre

http://www.stoff-handel.de/reg/stoffe/filz/filz-180-cm/filz-180cm-anthrazit-meliert.html

Ich war sehr überrascht über die Qualität, also im Prinzip kann man nichts falsch machen. Beim Transit, aber auch bei anderen, werden die Hintertüren unvorteilhaft entwässert, so wird der Filz schon mal feucht, teilweise richtig nass, im unteren Bereich der Hintertüren, selbst das steckt der tadellos weg.
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