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28. Dezember 2014

Wohnmobil - Unterkonstruktion Schrank

Endlich sind die Weihnachtsfeiertage vorbei. So habe ich mit dem Innenausbau meiner "Transe" begonnen. Nicht das ich über die Feiertage untätig war, aber man kann schlecht an Heiligabend die Kreissäge anwerfen.

Zwischenzeitlich hat es geschneit, und im besten Fall haben wir +2°, gefühlt habe ich aber -10°. Keine Heizung in der Werkstatt und das Fahrzeug mit 10cm Schnee bedeckt, die anfingen zu schmelzen, ein Fußbad war also vorprogrammiert, was will man mehr ...?

Begonnen habe ich mit dem Verlegen der Leerrohre für die elektrischen Leitungen, die unter die Dampfbremse müssen/sollen. Dabei habe ich die spätere Erweiterung um eine Solaranlage auf dem Fahrzeugdach, mit berücksichtigt.

Wohnmobil Innenausbau Leerrohre für die Elektrik

Um es kurz tu erläutern, ich plane den Innenausbau nicht mit Pressspan-, Multiplex- oder sonstigen Platten, wie man das aus dem herkömmlichen Möbelbau kennt. Diese sind mir viel zu schwer, auch wenn mein Transit 1,2 Tonnen Zuladung hat. Sondern, ich erstelle ein Lattengerüst das die Grundstruktur bildet. In dieses Lattengerüst, kommen Kästen aus 4mm Pappelsperrholz, die als Schrankfächer dienen. Im Anschluss wir die Front, ebenfalls mit 4mm Pappelsperrholz verkleidet. Und zwar nur an den Stellen die man auch wirklich sieht. Genauso verfahre ich mit der Innenverkleidung, was zum Schluss noch sichtbar ist wird verkleidet.

Um die Innenausbauten richtig platzieren zu können musste ich mir die Fahrzeugmitte anzeichnen. Um die Maße später auch an das Dach übertragen zu können.

Dann zeichnete ich mir den Grundriss, der Schrankwand die auf der linken Seite entstehen soll auf der Bodenplatte an. Leider habe ich davon kein Bild gemacht.

Wohnmobil Innenausbau Fahrzeugmitte

Gut, anhand dieses Grundrisses, konnte ich nun den Bodenrahmen des Schranks erstellen. Die Verschraubung der einzelnen Elemente, ist dabei nicht zufällig gewählt, sondern folgt einem vorher bestimmten Schema. Es sollen keine Stöße von Verschraubungen in einer Flucht stehen.

Eine Änderung zum Ursprungsplan habe ich in den letzten Wochen ausgebrütet. Der vordere Teil des Schranks wird nun um 100mm verschmälert. Dieser gewonnene Platz dient einmal dazu den heruntergeklappten Tisch zu beherbergen, ohne die Funktion anderer Einbauten zu beeinträchtigen.

Wohnmobil, Innenausbau Möbel Unterbau Schematischer Plan Wohnmobil, Innenausbau Schrank Grundrahmen

Jeder Tischler wird bei diesem Anblick die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ein Profi würde diese Verbindungen, vermutlich mit Zapfen versehen und und und. Ich bin weder Tischler, noch besitze ich die benötigten Maschinen, und es wird auch so gehen.

Ich habe alle Verschraubungen zusätzlich mit Sikaflex verklebt. Die Markierungen die auf dem Bild zu sehen sind, dienen dazu den Rahmen vor dem Verschrauben vorzubohren und Sikaflex auf der Bodenplatte zu platzieren, da die Gefahr besteht das ich durch die Bodenplatte durchschraube. Dadurch besteht die Gefahr das ich die direkt darunter befindliche Dampfbremse beschädige. Das Sikaflex soll möglichst von der Schraube "mit transportiert" werden und das Löchlein wieder verschließen. Zu mindestens dichtet es auf der Oberseite der Bodenplatte die Verschraubung ab.

Wohnmobil, Innenausbau  Verschraubungen mit Sikaflex Wohnmobil, Innenausbau Schrank Grundrahmen verschraubt

Die Aufteilung verteilt sich wie auf dem Bild zu sehen. Möglicherweise ergibt sich auf der rechten Seite des Fahrzeuges, baulich bedingt, ein weiterer Freiraum, dorthin weicht dann entweder die Bordbatterie oder das Frischwasser aus.

Wohnmobil Innenausbau  Anordnung der Einbauten im Schrank

Jetzt wo die Grundfläche feststeht, kann alles in die Höhe wachsen. Da der Innenraum nicht gerade nach oben verläuft, benötigte ich erst einmal den "Knickpunkt". Diesen habe ich im Vorfeld nicht berechnet, da würde ich wohl heute noch dran sitzen smiley. So habe ich diesen vor Ort festgelegt und die Konstruktionslatte dort befestigt.

Aber erst einmal ein Fehlersuchbild, was ist auf diesem Bild falsch?

Fehlersuchbild

Richtig, die Dampfbremse fehlt. Da hatte ich so schön die Latte befestigt und das war so einfach von der Hand gegangen, da viel mir auf da fehlt jetzt was ...

Wohnmobil Innenausbau Dampfbremse/Dampfsperre Seitenwand links Wohnmobil Innenausbau Dampfbremse/Dampfsperre Seitenwand links angepasst und verbunden

Also, nochmal demontieren, Dampfbremse grob in den Raum gehängt, was für eine Qual diesen Vorhang auszurichten. Bohrlöcher markiert und ebenfalls mit Sikaflex behandelt. Latte wieder angeschraubt und Dampfbremse mit der unter der Bodenplatte verbunden.

Um beim Thema Dampfbremse/Dampfsperre zu bleiben, die Radkästen habe ich mit einer Dampfsperre, die selbstklebend, alukaschiert und gewebeverstärkt ist (Produktname POLYFIN BLD SK), die ich mir beim Dachdecker besorgt habe beklebt. Leider hatte ich nur wenig davon, deshalb versuchte ich diese im Internet und im Fachhandel zu erwerben. Um den Fachhandel, schnell abzuarbeiten, dort war eine solche Dampfsperre völlig unbekannt, lediglich eine ähnliche Bitumenhaltige stand zur Auswahl, Bitumen? Ok, ich möchte ja keine Straße bauen ... smiley. Im Internet wurde ich dann nach langem suchen fündig, 75qm zu einem Preis von 180€. Ich war kurz davor diese zu kaufen, auch wenn ich höchstens 20qm benötige. Entschied mich aber dann doch, die schon vorhandene weiter zu verwenden.

Jetzt konnte ich auch die ersten Längslatten an der Decke befestigen und den ersten Ständer stellen. Dann reichte es mir auch schon, das schlimmste ist erledigt. Ich verfüge nun über 3 Ebenen, an denen sich der weitere Ausbau orientiert.

Wohnmobil Innenausbau Schrank links Unterkonstruktion Fortschritt

Hier nun einige Bilder vom Fortschritt, der folgenden Tage,

Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion Fortschritt 2 Wohnmobil Innenausbau Schrank links Unterkonstruktion Fortschritt 3 (Sicht von Seitentür)

Einige Abweichungen zum Ursprungsplan müsste ich dann doch vornehmen. Eine Leiste hinten musste ich mehr einziehen, sowie den Grundriss des Teils des Schranks der bis unter das Dach reicht, um 90mm verlängern. Dadurch erreichte ich bessere Befestigungspunkte, da mir die "Siemenslufthacken" ausgegangen waren smiley.

Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion Fortschritt 4 (Sicht von Seitentür) Wohnmobil Innenausbau Schrank links Unterkonstruktion Fortschritt 4  Teilansicht (Sicht von Seitentür)

Das Fenster ist nun wieder von der Dampfsperre befreit. Der Gaskasten und Teile des Toilettenschranks sind fertig. Auf diesen Teil kommt später noch ein Kasten, der eine Klappe die sich nach vorne herunterklappen lässt beinhaltet. Diese dient dazu die Regler des Gaskochers besser zu erreichen, deshalb der Höhenunterschied. Der fetzen Dampfsperre hängt deshalb dort, weil ich dort noch Isolieren muss und keine Isolierung unter der Befestigung haben möchte. Aber eine Dampfsperre dort sein muss, kompliziert smiley.

Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion Fortschritt 5 fertig Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion Fortschritt 5 fertig (Sicht von Seitentür)

Die Unterkonstruktion ist nun größtenteils fertig. Einige Versteifungen, die aber die Bettkonstruktion betreffen müssen noch eingefügt werden. Die Unterkonstruktion für die Oberschränke, fertige ich erst wenn die genaue Platzierung des Waschbeckens und des Gasherdes feststeht. Da es wohl notwendig ist über dem Herd den Oberschrank in der Höhe zu reduzieren, oder vollständig wegzulassen. Mit dem Endergebnis bin ich zufrieden, einziges Manko ist, das ich den Ständer an der Tür und an der Trennwand, Fahrzeugbaulich bedingt schräg stellen musste. Abweichungen zum Ursprungsplan, ich habe den geteilten und den durchgehenden Schrankteil ausgetauscht, was meines Erachtens die Bedienbarkeit verbessert.

Der gesamte Unterbau hat 34m Konstruktionslatten, 300ml Sikaflex 552 und 400g 3,5 X 55mm Konstruktionsschrauben verbraucht.

Als nächstes habe ich die einzelnen Fächer mit 4mm Pappelsperrholz ausgekleidet. Die Zwischenräume habe ich mit Styropor ausgefüllt um das entstehen von Resonanzräumen zu unterbinden. Alle Stöße habe ich mit Acryl abgedichtet, nach dem Abtrocknen wird die Innenseite geschliffen und Lackiert. Zu einem späteren Zeitpunkt wäre das hantieren mir Farbe sehr ungünstig. Auch den Schrankteil der später die Gasflasche beherbergt habe ich ausgekleidet und ebenfalls mit Styropor schallgedämmt und die Stöße versiegelt.

Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion, Schrankfach ausgekleidet Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion, Gasflaschenschrank ausgekleidet

Ein weiterer Staukasten entstand auf der linken Seite neben der Sitzbank. Dieser wird einmal von oben zugänglich und auch für schwereren Inhalt wie Konserven sein.

Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion, Staufach neben Sitzbank Wohnmobil Innenausbau Schrank Unterkonstruktion, Schrankfächer lackiert

         
14 Bewertungen Ø3.8

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Oliver schrieb am 08.06.2017 um 23:21:05 Uhr
Hallo,
was hast du zwischen Holzboden und Fahrzeugboden gelegt? Etwas das isoliert bzw. auch eine Art Dampfsperre?
Grüße
Uwe schrieb dazu am 09.06.2017 um 04:10:29 Uhr
http://www.verpiss-dich-von-meiner-veranda.de/post/160/wohnmobil-bodenplatte/
Steve schrieb am 21.04.2017 um 10:11:35 Uhr
Welche Maße hatten deine Latten? LxBxT
Uwe schrieb dazu am 23.04.2017 um 11:07:40 Uhr
Also, ich meine das waren 24 X 34 X 2500 mm. Ich hab leider kein Abfallstück mehr, wenn ich aber mal wieder im Hornbach bin schaue ich nach. Die Latten waren gehobelt und die Kanten gefast.
Das ist schon sehr massiv, ich wollte aber auf Nummer sicher gehen. Da der Schrank ein Teil der Kräfte ableiten musste die auf dem Bett entstehen und das vertikal und horizontal. Deshalb habe ich auch die Unterkonstruktion im Fahrzeug angefertigt. So war der Einbau mit 0 Spiel zum Fahrzeugblech möglich.
Bei einem "freistehenden" Schrank, würde ich die Unterkonstruktion bei weitem nicht so massiv anfertigen. 10 X 20 mm, in den Ecken im rechten Winkel angebracht von innen 4 mm Pappelsperrholz und außen das Holz der Wahl, möglichst auch in 4 mm. Dazwischen wieder Styropor. Das ganze gut verklebt. Ergibt eine gesamt Stärke von 18 mm. Das reicht um Töpfe und Unterhosen zu tragen. Und das Eigengewicht liegt wohl im Federgewicht.
©2017 Uwe Neumayer, Angerweg 8, 66954 Pirmasens, uweneumayer@freenet.de Nutzungsbedingungen; Hintergrundbild: frager / pixelio.de