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23. November 2014

Wohnmobil - Isolierung

Heute habe ich begonnen die Isolierung in meinem zukünftigen Wohnmobil anzubringen. Ich habe mich dafür entschieden Kunstkautschuk soweit es geht zu verwenden, an nicht zugänglichen Stellen werde ich einen PU Schaum einsetzen.

Meine Wahl viel dabei auf Aeroflex Firo mit 19mm, es gibt jedoch auch noch andere Produkte wie Armacell, Kaiflex und X-trem Isolator. Aeroflex war jedoch auf den qm2 am günstigsten, runde 7,50€. Wobei sich die Materialien nicht unterscheiden.

Als Kleber verwende ich Pattex Classic, dabei handelt es sich um einen Versuch, denn dieser Kleber kostet nur ca. 1/3 der Kleber die speziell für Kunstkautschuk erhältlich sind. Die Angaben von Pattex entsprechen in etwa den Angaben für Spezialkleber.

Wohnmobil, Aeroflex Firo Wohnmobil, Pattex Classic

Zum schneiden des Kunstkautschuks benötigt man ein gutes scharfes Messer mit einer stabilen Klinge. Das man am besten an einer stabilen Schiene, mit einem Zug, am Kunstkautschuk einsetzt.

Die Aeroflexplatten habe ich genau auf Maß geschnitten und anschließend flächig mit einer Farbrolle Kleber aufgetragen, auch die Seitenflächen habe ich mit Kleber bestrichen. Es ist wichtig das die Stöße der Isolierung bündig mit dem Blech verklebt sind. ebenso habe ich Kleber auf das Blech mit der Rolle aufgetragen.

Wohnmobil, Aeroflex Firo Rolle und Werkzeug Wohnmobil, Aeroflex Firo flächig mit Kleber bestrichen

Sorgen machte ich mir um die leidigen Sicken die sich im Dach befinden, aber das Aeroflex ist so flexibel das man es problemlos auch in den Sicken verklebt bekommt.

Es ist natürlich eine gnadenlose Kleberei, Drückerei und Schieberei, bis alles so sitzt wie es soll. Aber ich muss sagen der Pattexkleber erfüllt seinen Zweck, das Aeroflex "springt" förmlich an das Blech smiley. Ob das auch auf Dauer so ist wird sich zeigen müssen.

Ich habe dann bis der erste Liter Kleber leer war Aeroflex verklebt, die Reichweite ist begrenzt, es sind ja schon große Flächen. So kam ich etwa 2,5 qm2 mit 1 Liter weit, das reichte leider nicht für das ganze Dach.

Wohnmobil, Dach mit Aeroflex Firo isoliert

Also, ab in den Baumarkt und Nachschub geholt. Leider war ich einige Tage krank so konnte ich nicht direkt weiter Isolieren. Zwischenzeitlich ist die Außentemperatur auf 7°C gefallen, was mir anfänglich etwas Sorgen machte, da ich meine Werkstatt nicht beheizen kann. Aber das Pattex hat eisern den Temperaturen getrotzt.

Am Radkasten konnte ich die Verklebung in den Sicken gut nachvollziehen und mich vom einwandfreien Sitz überzeugen. An einigen Stellen, wie der hintere Fensterrahmen, war es nicht möglich das Aeroflex rundherum am Rahmen zu verkleben, da die Schräge des Rahmens zu ausgeprägt war. Ich habe mich dazu entschieden es dort zu verkleben wo es möglich ist und die anderen Stellen mit Keilstreifen zu füllen, was natürlich wieder eine elende Fummelarbeit bedeutet.

Wohnmobil, Aeroflex Firo  Dach und linke Seitenwand isoliert Wohnmobil, Aeroflex Firo Verklebung in den Sicken
Wohnmobil, Radkasten mit Aeroflex Firo isoliert

Wenn es der Platz zuließ, habe ich Stöße, an denen ich die Isolierung angesetzt habe, nochmals mit 5 cm breiten Streifen zur Sicherheit überklebt.

Mit der Zeit wurde es immer wärmer und angenehmer im inneren, trotz geöffneten Hecktüren. Es dauerte aber ziemlich lange bis ich den Zusammenhang erkannt habe, das die Isolierung beginnt zu wirken. Ich hätte auch gar nicht damit gerechnet das es so einen extremen Unterschied macht. Möglicherweise haben auch noch Chemische Reaktionen im Kleber zu einer Temperaturerhöhung beigetragen.

Nachdem alle freiliegenden Flächen mit Aeroflex isoliert waren, hab ich alle Hohlräume versucht so gut es irgendwie möglich ist mit PU Schaum auszufüllen. Realistisch gesehen isoliert der PU Schaum die Oberflächen der Hohlräume nicht, da die Kältebrücke die Blechteile verursachen. Aber auch im Hohlraum befindet sich eine Kältebrücke die so isoliert werden soll.

Wohnmobil, Hohlräume mit PU Schaum isoliert

PU Schaum ist eine unvorstellbare klebrige Angelegenheit. Mir ist jedoch keine andere Möglichkeit bekannt. Wenigsten gelang es mir die Hohlräume gut zu füllen, was ich daran sah das der PU Schaum auch an den unteren Öffnungen hervorquoll, ob jedoch auch der Querschnitt gefüllt ist, lässt sich im nachhinein nicht feststellen. Was mir direkt aufgefallen ist, beim schließen der Türen gab es eine massive Klangveränderung.

Apropos PU Schaum: ...dieser ist MDI (Methylendiphenyldiisocyanat) haltig. Dieses steht im Verdacht Krebserregend zu sein, aber mindestens reizt es Augen-, Haut- und Atemwege. PU Schaum ist deshalb nicht mehr frei verkäuflich, sondern beim Kauf muss der Käufer vom Verkäufer über die Risiken und über die Entsorgung informiert werden. Üblicherweise steht eine Entsorgungsmöglichkeit im verkaufenden Gewerbe zur Verfügung.
Wikipedia Montageschaum

Nun besteht noch die Kältebrücke von den Oberflächen der Holme. Diese stellen teilweise ein Problem da. Natürlich könnte ich diese auch mit Aeroflex isolieren, aber dadurch würde ich pro Schicht 20mm verlieren, also 4 cm an der Innenraum Breite und Länge. Das hört sich jetzt nicht gerade viel an aber bei einer Breite von 175cm und einer Länge von 245cm, zählt jeder Zentimeter.

Ich habe jedoch etwas gefunden das mir als geeignet erscheint auch hier eine Isolierwirkung zu erhalten. Ich verwende dafür das 4 mm dicke Nageldichtband Vario AntiSpike von Isover. Es ist ebenfalls Geschloßenzellig, jedoch nicht als Dämmmaterial ausgewiesen, wird aber bei der Dämmung eingesetzt.

Das Nagelband ist selbstklebend und lässt sich leicht verarbeiten. Es besitzt jedoch keine Klebefläche an den Seiten, was sorgfältiges Arbeiten an den Stößen notwendig macht. Es lässt sich auch sehr gut auf das Aeroflex kleben, was eine optimale Anbindung ermöglicht.

Wenn es auf Dauer dort verbleibt wo ich es verklebt habe, ist es eine gute Lösung. Wenn auch dünn, aber keine Isolierung ist, 4mm dünner smiley.

Wohnmobil, Holme isoliert

Schließlich bleiben noch die Türen. Die hinteren Türen waren innen überzogen mit Dieselruß, alleine das zu entfernen war eine Qual. Aber erst dort eine Isolierung anzubringen, fast unmöglich. Zu viele Stützbleche, Mechanische Bauteile, Engstellen hindern einem daran sinnvoll eine Isolierung anzubringen.

Trotzdem habe ich Aeroflex so gut wie es möglich war in den Türen verbaut. Gnadenlos habe ich versucht Material in alle Ecken zu pressen, dabei habe ich mir einige Schnittwunden an scharfen Blechkanten zugezogen.

Ich gehe davon aus das die Isolierung in den Türen nicht wirklich funktioniert, da schlüssige Verbindungen kaum möglich waren.

Wohnmobil, Tür isoliert

         
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Leon schrieb am 18.10.2017 um 14:29:18 Uhr
Hallo Uwe, mein Ausbau ist im vollen Gange und dein Blog hilft mir einfach bei jedem Schritt smiley Das Dachfenster ist schon eingebaut und ich bin jetzt gerade am isolieren. Was hast du denn mit der Trennwand gemacht, hast du diese auch isoliert? LG Leon
Uwe schrieb dazu am 18.10.2017 um 15:15:17 Uhr
Hallo Leon...

Ja die habe ich ebenfalls isoliert. Aber erst später, da ich zuerst die Inneneinrichtung befestigen wollte ohne das Isolierung an den Befestigungspunkten darunter ist. Es war mir wichtig das die Inneneinrichtung mit dem Fahrzeug "verwachsen" war, da die Kräfte die auf dem Bett enstehen auf diese übertragen würden. Des weiteren hatte ich lediglich 25mm Freiraum zwischen Rahmen der Schiebetür und der Trennwand. Die Isolierung hatte aber schon 19mm, also war geschicktes Handeln notwendig, so das ich mit der Verkleidung, die 4mm Dicke hatte, bestenfalls genau hinter das Türgummi komme.
Das hat dann auch absolut funktioniert. Ich hatte einen wunderschönen Anschluss/Abschluss an die Schiebetür.
Schau mal im Archiv "Februar 2015, Wohnmobil - Die Wände" dort habe ich die Isolierung und die Verkleidung der Trennwand beschrieben.

Weiterhin gutes gelingen ...

Gruß Uwe
Kusy schrieb am 30.06.2016 um 15:00:56 Uhr
Hallo
Toller Blog, steh auch kurz vorm Ausbau und bin mich am schlau lesen.
Armafelx hab ich auchbereits ausgelesen. nur bin ich mir nicht sicher ob vorgängig das versiegeln innenseitig sinn macht... hast du da was gemacht? hab nen 2 Jahre jungen t5 transporter...
auch bin ich unschlüssig ob ich die holme nackig belassen werde und wirklich nur die hohlräume dämme und den rest nicht obschon so div wärmebrücken enstehen. daher hab ich mit auch schon gedanken gemacht die holme mit Intervelours bekleide...
Hast du da ein paar Tipps?
Uwe schrieb dazu am 30.06.2016 um 20:21:53 Uhr
Hallo, erst mal Danke!

Ja das ist teilweise eine Glaubensfrage. Nein ich habe nichts versiegelt, aber ich denke das schadet auch nicht. Alles was feuchte Luft vom kalten Blech, oder niedrige Temperaturen von der Innenseite fernhält macht Sinn.

Auf jeden Fall auch eine Dampfsperre, das kann ich jetzt direkt sagen. So empfindlich wie das oft dargestellt wird ist das System nicht. Wenn da mal ein kleines Löchlein von einer Schraube reinkommt, in dem auch noch eine Schraube drinsteckt, macht das absolut gar nichts. Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit kommt nicht mal in die Nähe von kalten Außenwänden, und wenn da mal eine Stelle ist wo es kondensiert, was unvermeidlich ist, so läuft es an der Dampfsperre einfach runter und nistet sich nicht irgendwo in den Blechwindungen ein. Und man darf nie vergessen die Dampfsperre "Atmet" bei höheren Temperaturen.

Entscheidend bei den Holmen ist wohl das keine Öffnungen mehr vorhanden sind, in die feuchte Luft eindringen kann und in den kalten Holmen Wasser auswirft.

Julian schrieb am 22.03.2016 um 17:55:37 Uhr
Hallo Uwe,

wie ist es mit der Geruchsentwicklung des Aeroflex Dämmmaterial, wenn mal kräftig die Sonne auf den Wagen scheint?

Danke
Gruß
Julian
Uwe schrieb dazu am 22.03.2016 um 19:26:44 Uhr
Nein keine Geruchsentwicklung, selbst in der prallen Sonne bei 40°C, was ja auf dem Dach z.b. noch mehr sein dürfte.
Andres schrieb am 09.03.2016 um 11:06:57 Uhr
Hallo Uwe... als erstes... Geile Seite... macht richtig Spass deine Umbauberichte zu lesen. Informiere mich nun schon länger über den richtigen Isolationsstoff und fand dein Konzept mit Aroflex Firo höchst interessant, da du schreibst, dass das nur um die 7.5 Euro kostet (19mm). Habe mal die Preisliste angefordert und war sehr überrascht als das Material mit sage und schreibe 90 Euro den m2 deklariere war. Nun die Frage.. Wo hast du das Zeugs so günstig gekriegt. Danke dir für einen Hilfe und die Inspirierende Webseite. Gruss Adres
Uwe schrieb dazu am 12.04.2016 um 05:57:42 Uhr
Hallo Andres

Ich muss erst in meiner Rechnungssammlung nachschauen wo ich das gekauft hatte. Aber bei Amazon zb. bekommt man für 80,50 19mm 8qm selbstklebendes oder für 54€ Armaflex mit 19mm 6qm nicht selbstklebend.
Auf jedenfall funktioniert die Isolierung, hab diesen Winter ohne Probleme -10° über mehrere Tage überstanden. In erster Linie soll ja Kondenswasser vermieden werden, aber auch die Wärmedämmung ist Top!

Also, das Aeroflex habe ich hier gekauft https://www.isowoll.com/ aber das ist nicht mehr im Angebot, dafür jetzt K-Flex und Armaflex, im Prinzip alles das gleiche.
Silvester schrieb am 06.02.2016 um 16:08:16 Uhr
Wie verhält es sich beim Pattex, mit dem Geruch?
Uwe schrieb dazu am 06.02.2016 um 22:28:25 Uhr
Klar bei der Verarbeitung ist das schon erheblich, aber das klingt recht schnell ab. Am folgenden Tag war meistens kein Lösungsmittel Geruch mehr wahrzunehmen. Der Kleber von Armaflex ist da bedeutend schlimmer, diesen kenne ich durch meine Arbeit, vom Isolierer.
Eine weitere Möglichkeit ist Selbstklebende Isolierung zu verwenden, die ist zwar erst mal teurer, aber man spart ja den Kleber, das gibt sich am Ende wohl nichts. Nachteil, ist diese einmal angeklebt lässt sich nichts mehr ändern, also in die Ecken drücken und schieben geht nicht.
Philipp schrieb am 10.04.2015 um 17:47:18 Uhr
Wie sind im Nachhinein deine Erfahrungen mit dem PU Schaum? Hat er kein Wasser gezogen und sich Rost gebildet? Ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass er sich so enorm ausdehnt, dass er sogar die Karosserie verbeulen kann.
Uwe schrieb dazu am 27.11.2015 um 22:45:30 Uhr
Hallo Philipp
Also das der PU Schaum sich so ausdehnt das er die Karosserie verbeult kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe den eh nur in den Holmen verwendet die sehr stabil sind.
Bis jetzt konnte ich nichts negatives feststellen, ich beobachte das auch ganz genau. Mir ist auch bisher nichts anderes eingefallen das man anstelle von PU Schaum verwenden könnte. Wenn also jemand eine Idee hat, her damit ...!
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