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28. September 2014

Wohnmobil - Dachluke

Da nun das Blechkleid meines Ford Transit fertig ist, lediglich muss der Bestandslack noch verbessert werden. Das ist aber eine Arbeit die sich über einen längeren Zeitraum hinzieht. Lack intensiv Reinigung und polieren, werde ich nebenbei erledigen.

Somit beginne ich jetzt mit dem Innenausbau. Als erstes müssen alle Teile verbaut werden die von innen nach außen angebracht werden. Dazu gehören die Dachluke, ein Fenster, ein Bullauge, Belüftungseinlässe und der Stromanschluß. Diese müssen vorhanden sein bevor ich mit dem isolieren beginne, damit nicht unnötig Material verbaut wird und ein optimaler Anschluss der Isolierung an die jeweiligen Bauteile gewährleistet ist.

Der Einbau der Dachluke habe ich heute in Angriff genommen. Seit Tagen kreisen meine Gedanken um das erste Loch das ich in meinen Transit bohren werde. Insbesondere das Dach bereitete mir viel Kopfkino, hier ein Fehlschnitt zu verursachen ... es ist nicht auszudenken. Deshalb habe ich alles genau Bedacht. Versucht alles Material zu besorgen das notwendig ist. Leider ist das nicht vollständig gelungen, aber der Einbau wird sich wohl über einige Tage hinziehen, was mir Zeit gibt fehlendes Material nach zu besorgen.

Diese Dachluke, soll an diese Stelle im Dach.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Wohnmobil, Wohnmobil, Innenseite Dach mit Blechsicke

Problem ist, das Dach besitzt eine 200 mm breite Sicke, die Dachluke ist aber 280 mm breit. Somit steht die Dachhaube links und rechts 40 mm über und 5 mm in der Luft. Wochenlang zerbrach ich mir den Kopf wie ich diese Tatsache löse, so das eine ebene Fläche entsteht die man auch dicht bekommt. Im Internet fand ich einige Lösungen, die unteranderem vorsahen die Umrisse der Sicke aus dem Fuß der Dachhaube auszusparen. Dadurch zerstört man jedoch die Auflagefläche für Dichtmaterial. Eine weitere Lösung sah vor solange Alustreifen rechts und links "aufzupappen" bis man die Höhe der Sicke erreicht hat. Wortwörtlich stand da pappen, das schreckte mich so ab das ich erst diese Lösung verwarf, mich aber letztendlich doch für diese Methode entschied. jedoch "pappe" ich nicht weiß der Geier wie viele Alustreifen dort hin, sondern lediglich 2 Schichten. Die erste in der Höhe der Sicke von 5 mm, die zweite rundherum, über die erste Schicht Aluminium und auch über die Sicke, in 2 mm Stärke. somit sollte ich eine plane Fläche erhalten. Im Anschluss werde ich den Aluminium Aufbau verspachteln und Lackieren.

Um die Möglichkeit eines Fehlers so gering wie möglich zu halten, fertigte ich mir als erstes eine Schablone an. Diese befestigte ich dann mit Kreppband auf der Innenseite des Daches, an der Stelle wo später die Dachluke sein soll.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Schablone Wohnmobil, Innenseite Dach mit Schablone

Nach endlosem Nachmessen und überprüfen des richtigen Sitzes der Schablone, bohrte ich jeweils in jeder Ecke ein Loch mit 4 mm Durchmesser, und erweiterte dieses auf 10 mm. Nun hatte ich die Ecken des Ausschnittes auf die Außenseite des Daches übertragen.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Löcher in den Ecken der Schablone gebohrt Wohnmobil, Dach Außenseite mit übertragenen Löchern in den Ecken

Nach dem Entfernen der Bohrgrate, klebte ich die Schnittfläche mit Klebeband ab um Kratzer im Lack zu vermeiden. Anschließend, verband ich die Außenseiten der Löcher mit einem Eddingstift. An der Unterseite des Daches befestigte ich eine Plastikfolie, um die Späne die beim ausschneiden entstehen aufzufangen. es ist nicht förderlich wenn diese im Inneren umherfliegen und anfangen zu rosten.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Klebeband auf der Schnittfläche und Schnittlinien angezeichnet Wohnmobil, Schutzfolie gegen Span Flug im Inneren

Da es jetzt eh kein Zurück mehr gab, fiel das ansetzen der Stichsäge leicht. Nach dem Ausschneiden, entgratete und versiegelte ich sofort wieder die Schnittstellen mit Roststopper.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Ausgeschnitten Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Schnittkanten versiegelt

Nach dem abtrocknen um klebte ich die Öffnung mit Kreppband im Abstand von 20 mm die Breite des ersten Aluminiumstreifens. Da ich den Alustreifen mit Sikaflex anklebe, ermöglicht mir das Kreppband überschüssiges Klebemittel einfach zu entfernen. Anschließend verklebte ich die zweite Schicht Aluminiumstreifen. Dabei zeigte sich das die Sicke im Dach selbst nochmals eine Wölbung besaß, die ich jedoch wunderbar ausgleichen konnte.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Ausschnitt erneut abgeklebt Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube  erste Schicht Aluminium, Sicke wurde ausgespart
Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube zweite Schicht Aluminium, Sicke wurde überklebt Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube zweite Schicht Aluminium, Sicke wurde überklebt (andere Ansicht)

Ich bin mit dem Zwischenstand vollkommen zufrieden. Das Wort "pappen" hat wohl doch seine Berechtigung smiley. Ich habe satt Sikaflex verwendet damit keine Öffnungen zurückbleiben, durch die später eventuell Wasser eindringen könnte.

Das ganze konnte nun eine Nacht trocknen. Mit Glasfaserspachtel trug ich eine erste füllende Schicht auf. Nach dem Schleifen folgten zwei Schichten Feinspachtel mit jeweils einem Schleifgang. Zu guter Letzt wurde das ganze noch gefillert und darf jetzt wieder eine Nacht ruhen.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Alurahmen mit Glasfaser gespachtelt Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Alurahmen mit Feinspachtel gespachtelt
Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Alurahmen gefillert

Nach dem Schleifen des Fillers, konnte ich mein Werk lackieren. Was ich nicht verstehe, kaum lackiert man finden sich allerlei Fluginsekten ein, die sich todesmutig in den frischen Lack stürzen, so auch heute, (Oberseite Rahmen, im Bild unten) Ich konnte den leblosen Saboteur bis auf die Flügel entfernen, was natürlich Nacharbeiten nötig macht.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Alurahmen lackiert (frischer Lack) Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Alurahmen Endbild

Nun steht die Innenseite an. Sieht noch etwas wüst aus. Nun muss ein Hilfsrahmen angefertigt werden. dieser dient dazu den Höhenunterschied zwischen Dachblech und Trägerholmen auszugleichen. Ebenso wird später daran die Innenverkleidung und die Dampfbremse befestigt. Ich fertige den Hilfsrahmen aus Konstruktionslatten aus dem Baumarkt.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Alurahmen Ausschnitt Innenseite Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Hilfsrahmen

Sieht doch schon ganz gut aus. Der Hilfsrahmen muss jetzt noch etwas geschliffen und lackiert werden, damit dieser gegen Einflüsse wie Feuchtigkeit geschützt ist. Nach dem Abtrocknen des Lackes, habe ich ihn nochmals geschliffen und dabei die Holzfasern die sich beim lackieren "stellen" entfernt. Am Dach habe ich die Stelle an der später der Rahmen anliegen wird angeschliffen und mit Verdünner gereinigt. Mein in der Zwischenzeit geliebtes Sikaflex habe ich satt auf den Rahmen aufgetragen und den Rahmen an das Dach geklebt. Damit dieser sich nicht verschieben oder gar herunterfallen kann habe ich ihn mit Schraubzwingen fixiert. Diese habe ich jedoch nur sanft angezogen. Zwischenräume habe ich gut mit Sikaflex ausgefüttert. Nun muss das ganze 24 Stunden trocknen.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Hilfsrahmen geschliffen und lackiert Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Hilfsrahmen am Dach verklebt und mit Zwingen fixiert

Beim betrachten meines Werkes, ist mir das Lochmuster der Dachholme aufgefallen. Ich hatte mir noch keine Gedanken gemacht wie ich später die Traglatten daran befestige und ich muss sagen die vorhanden Löcher in den Holmen kommen mir mehr als entgegen. Sie stimmen sogar genau mit meinem Hilfsrahmen überein.

Nach dem Abtrocknen prüfte ich die Passgenauigkeit, die sich als hervorragend erwies. Und jetzt konnte ich die genaue Länge der Schrauben, die Oberteil und Unterteil miteinander verbinden, ermitteln. Dazu sollen 3,5mm Panhead Schrauben verwendet werden in meinen Fall mit 50mm Länge, wohl kaum bekommt man die im Baumarkt.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube  Probeeinbau Sicht innen Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Probeeinbau Sicht aussen

Die Folie die im Bild zu sehen ist, habe ich mir vom Dachdecker besorgt. Es handelt sich um eine selbstklebende Dampfsperre, die auch einige Zeit der Witterung ausgesetzt werden kann. Damit habe ich das Loch verschlossen solange ich nicht daran gearbeitet habe.

Vor dem Zusammenbau muss natürlich noch eine Dichtung ins Spiel kommen. Da original keine Dichtung mitgeliefert wurde, verwende ich Dekaseal von Dekalin, das unter Wohnmobilisten bekannt sein dürfte.

Um die Dichtmasse optimal auftragen zu können habe ich die Spitze, die man zum Auftragen verwendet, erst schräg abgeschnitten und anschließend auf der längeren Seite ein V ausgeschnitten.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube  Dekaseal von Dekalin Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Abgeschrägte Spitze mit V Ausschnitt

Auf der der Auflagefläche habe ich dann ein schöne dicke Wurst Dekaseal aufgetragen. Durch den V Ausschnitt bildete sich eine schon hochstehende Masse.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Dekaseal von Dekalin auf der Dichtfläche aufgetragen Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Abgeschrägte Spitze mit V Ausschnitt Ergebnis

Nun habe ich die Dachluke montiert, dabei quoll überflüssiges Dichtmaterial heraus, was nach einigen Stunden, mit sich selbst abgetupft werden kann. Somit ist ein Abkleben nicht erforderlich.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Fertig montiert (Dachseite) Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Fertig montiert (Innenseite)

Damit ist das wohl aufwändigste Projekt umgesetzt. Nur wenige Tage später konnte die Dachluke ihre Dichtheit bei extremen Regenfällen unter Beweis stellen.

Wohnmobil, Dachluke/Dachhaube Gesamtansicht

         
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Leon schrieb am 09.10.2017 um 16:12:59 Uhr
Servus Uwe, vielen Dank noch einmal für deine ausführliche Beschreibung und deine Antwort auf meine Erste Frage. Morgen soll bei mir der Einbau der Dachluke beginnen. Kannst du dich noch daran erinnern welche Breite deine Alustreifen hatten? LG Leon
Uwe schrieb dazu am 09.10.2017 um 23:26:09 Uhr
Hallo Leon

So ganz genau weis ich es nicht mehr es waren entweder 20mm oder 25mm, genauso breit wie die Auflagefläche der Dachhaube.

Ich würde heute aber nicht mehr spachteln und lackieren. Das ist ja eine heiden Arbeit. Als ich die Lücken in der Bodenplatte an den Türen verschlossen habe benutzte ich Anschluss Acryl. Da kam mir der Gedanke das man dieses auch in diesem Fall verwenden könnte. Wenn die Alustreifen fest sind gut die Kleberreste entfernen und eine schöne Hohlnaht mit Anschluss Acryl rundherum gezogen. Acryl lässt sich wunderbar mit Wasser glätten und das Anschluss Acryl bildet eine recht stabile, zähe Oberfläche aus. Und wenn man will lässt es sich sogar überlackieren. Ich würd aber nur spezielles Anschluss Acryl verwenden. Aber auf keinen Fall Silicon!

Gruss Uwe
Stefan schrieb am 17.05.2015 um 11:48:46 Uhr
Danke für die Beschreibung, wir stehen genau vor der gleichen Aufgabe -und bei den ganzen Lieferanten-Fuzzis findet sich keine ordentliche Beschreibung zu dem Problem mit den Sicken wie genau von Dir beschrieben und gelöst!
Marko schrieb am 02.11.2014 um 14:12:33 Uhr
Hallo und Servus,
da hast du dir sehr viel Mühe gegeben und wirklich sehr sauber und ordentlich eingebaut, diesen Perfektionismus sollte manch Händler, Handwerker auch haben. Supi, mein Kompliment! Beste Grüße
©2017 Uwe Neumayer, Angerweg 8, 66954 Pirmasens, uweneumayer@freenet.de Nutzungsbedingungen; Hintergrundbild: frager / pixelio.de